Texte zur Wirtschaft



"Unser Hauptproblem ist ja, daß die öffentliche Meinung von Wirtschaftsinteressen geprägt wird, die über Multiplikatoren wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft oder den Bürgerkonvent verfügen. Die sind entschlossen, den Menschen den Kopf zu waschen. Und den Kopf gewaschen bekommen nicht nur Sozialdemokraten, sondern Grüne, der Mittelstand, ganz normale Bürger, Intellektuelle. Wie weit das geht, sieht man daran, daß selbst Günter Grass eine Zeitungsanzeige unterzeichnet, in der Dinge stehen, die man logisch nicht mehr nachvollziehen kann..."
(Albrecht Müller)

 

Unterehmensberaterparabeln:

Der Schäfer

Es war einmal ein Schäfer, der in einer einsamen Gegend seine Schafe hütete. Plötzlich tauchte in einer grossen Staubwolke ein nagelneuer grauer Audi auf und hielt direkt neben ihm. Der Fahrer des TT's, ein junger Mann im Designeranzug, Gucci-Loafers, RayBan-Sonnenbrille und einer YSL-Krawatte steigt aus und fragt ihn: „Wenn ich errate, wie viele Schafe sie haben, bekomme ich dann eins?“ Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe, und sagt ruhig: „In Ordnung“.

Der junge Mann parkt den TT, verbindet sein Notebook mit dem Handy, geht im Internet auf eine NASA-Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS, öffnet eine Datenbank und 60 Excel-Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schliesslich druckt er einen 150-seitigen Bericht auf seinem High-Tech-Minidrucker, dreht sich zum Schäfer um und sagt: „Sie haben hier exakt 1586 Schafe.“ Der Schäfer erwidert: „Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus.“ Der junge Mann nimmt sich ein Tier und lädt es in den Kofferraum des TT ein.

Der Schäfer schaut ihm zu und spricht: „Wenn ich ihren Beruf errate, geben sie mir dann das Tier zurück?“ Der junge Mann antwortet: „Klar, warum nicht.“ Der Schäfer darauf: „Sie sind ein Unternehmensberater.“ - „Das ist richtig, woher wissen Sie das?“ will der junge Mann wissen. „Sehr einfach,“ sagt der Schäfer, „erstens kommen sie hierher, obwohl sie niemand hergerufen hat. Zweitens wollen Sie ein Entgelt dafür, dass Sie mir etwas berichten, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine Ahnung von dem was ich hier mache. Und nun geben Sie mir meinen Hund wieder!“

Ein Wettrudern

Vor einiger Zeit verabredete eine deutsche Firma ein jährliches Wettrudern gegen eine japanische Firma, das mit einem Achter auf dem Rhein ausgetragen wurde.

Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchsten Leistungen zu erreichen. Als der große Tag kam, hielten sich beide Mannschaften für topfit, doch die Japaner gewannen das Rennen mit einem Vorsprung von einem Kilometer. Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen und die Moral war auf dem Tiefpunkt. Das Top-Management entschied, daß der Grund für diese vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden muß.

Ein Projektteam wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfemaßnahmen zu empfehlen. Nach langen Untersuchungen und vielen Besprechungen fand man heraus, daß bei den Japanern sieben Leute ruderten und ein Mann steuert, während im deutschen Team ein Mann ruderte und sieben steuerten.

Das Top-Management engagierte sofort eine bekannte Beraterfirma, die eine Studie über die Struktur des deutschen Teams anfertigen sollte. Nach einigen Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Berater zu dem Schluß, daß zu viele Leute steuerten und zu wenige ruderten. Um einer weiteren Niederlage gegen die Japaner vorzubeugen, wurde die Team-Struktur geändert. Es gab jetzt vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute, einen Steuerdirektor und einen Ruderer. Außerdem wurde für den Ruderer ein Leistungsbewertungssystem eingeführt, um ihm mehr Ansporn zu geben. "Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortung geben."

Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit einem Vorsprung von zwei Kilometern. Das Management entließ den Ruderer wegen schlechter Leistungen, verkaufte die Ruder und stoppte die Investitionen für ein neues Boot. Der Beraterfirma wurde ein Lob ausgesprochen und das eingesparte Geld wurde dem Top-Management ausbezahlt.

 

In Zukunft zurück zu Keynes
"... Die Kritik an den ökologischen Grenzen des Wachstums bleibt jedoch aktuell. Deswegen setzt eine moderne keynesianische Wirtschaftspolitik auch auf die Strategie nachhaltigen Wachstums. Diese umfasst eine Innovationspolitik ebenso wie öffentliche Investitionen in ökologische Modernisierung und Sanierung (ÖPNV, Bahn, Wasserver- und -entsorgung, energetische Gebäudesanierung). Der kommunale Investitionsbedarf in die letztgenannten Bereiche beläuft sich nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Urbanistik auf jährlich 35 Milliarden Euro. Dieser ökologische Umbau ist beschäftigungsintensiv. Er verknüpft Ökologie und Arbeit. Die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit sind ermutigend: Durch den Entschwefelungs- und Entstickungsanlagenbau wurden seit Mitte der 80er-Jahre 45.000 neue Jobs geschaffen. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und energetische Gebäudesanierungen sind in den letzten sieben Jahren insgesamt 120.000 neue Arbeitsplätze entstanden..."
http://www.taz.de/pt/2005/08/27/a0181.nf/textdruck

 

Die Manager kündigen den Gesellschaftsvertrag
Manager, die sich zu sehr für die Belegschaft, die Gemeinden oder den Umweltschutz einsetzen, vergehen sich am Eigentum der Aktionäre! Diese Theorie legitimierte den von den Investmentbanken in den Neunzigerjahren geschaffenen Markt für Unternehmen, der die Gewinnmargen der Manager derselben Branche miteinander verglich. Manager wurden daran gemessen, ob sie mit den ihnen anvertrauten Firmen mindestens ebenso viele Gewinne erzielen, wie die Konkurrenz ("benchmarking"-Prinzip).
Berlin Online

 

Mit wenig Gefühl zockt es sich am erfolgreichsten
"...Nach einer Untersuchung von Versuchspersonen im Hinblick auf ihr Investitionsverhalten haben US-Wissenschaftler herausgefunden, dass die besten Spieler diejenigen sind, die sie als "funktionale Psychopathen" bezeichnen. Für die Studie "Investment Behavior and the Negative Side of Emotion", die im Juni in der Zeitschrift Psychological Science erschienen ist...Die Wissenschaftler gingen von der Hypothese aus, dass fehlende Emotionen in bestimmten Situationen, in denen man gewissermaßen "kalt" kalkulieren muss, auch einen Vorteil bieten sollten. Schließlich gehen die meisten Menschen Risiken desto weniger ein, je stärker sie Angst empfinden...Auch viele Manager und Top-Anwälte könnten diese Eigenschaften besitzen, schließt sich Baba Shiv dieser Behauptung an. Ist man weniger emotional, so kann dies in bestimmten Situationen hilfreicher sein...Allerdings, so meint Shiv, wären Emotionen bei den meisten Entscheidungen im Leben noch immer hilfreich. Fragt sich nur, ob mit dem Kasinokapitalismus und seinen "Heuschrecken" auch eine Kultur der (pathologischen) Gefühllosigkeit sich ausbreitet, wenn sie die Grundlage für größere finanzielle Erfolge ist?..."
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20984/1.html

 

Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM: Deutschland braucht ein Bürgergeld und nur noch eine Steuer
"...Wir brauchen das bedingungslose Bürgergeld. Eine Lebensrente für jeden Bürger. Selbstverständlich können solche Veränderungen nur schrittweise über einen längeren Zeitraum eingeführt werden.
Wie hoch soll dieses Bürgergeld denn sein?
Hoch genug, um die Grundbedürfnisse zu decken. 1300 bis 1500 Euro.
Schöne Idee. Und wie wird das finanziert? Sagen Sie jetzt bitte nicht, wir brauchen mehr Steuern.
Keine Angst. Ich bin dafür, alle Steuern abzuschaffen. Bis auf eine: die Mehrwertsteuer.
Und wie hoch soll die dann sein?
Das könnten bis zu 48 Prozent sein.
Sie machen Witze.
Nein. Zählen Sie doch mal alle Steuern und Sozialleistungen zusammen. Da haben wir doch schon eine Staatsquote von rund 48 Prozent. Wenn die nur noch über die Mehrwertsteuer zu finanzieren wäre, hätte das riesige Vorteile.
Welche denn?
Die Mehrwertsteuer ist die einzige Steuer, die den Wertschöpfungsvorgang nicht behindert, nicht bremst, nicht verzerrt. Das heißt: die ganze Produktion wird steuerfrei gehalten und es kann unbehindert investiert werden..."
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/949236

 

Reformen in Neuseeland
"Was weiß unsereiner schon von Neuseeland? Es ist noch weiter weg als Australien, und ein bekannter österreichischer Maler lebt dort. Trotzdem: Das Land verdient unsere Aufmerksamkeit, da dort, wie der Autor beschreibt, »blitzkriegartig« Reformen im Geist des Neoliberalismus durchgesetzt wurden. Ob diesem »Reformmodell« wirklich »Vorbildcharakter« zukommt, kann der Leser selbst entscheiden..."
http://www.arbeit-wirtschaft.at/aw_02_2000/art3.htm

 

Mehr zum Thema "Grundeinkommen" (manchmal auch Bürgergeld genannt)
http://www.grundeinkommen.info/

(siehe auch Thema: Ende der Arbeitsgesellschaft)

 

Kritik am Grundeinkommen:
"Die Produktivität ist zu hoch; die Arbeit geht aus; jeder bekommt ein Grundeinkommen"
"Ich finde es völlig richtig, dass man neue Ideen entwickelt zu der Frage, was Arbeitslose, insbesondere Langzeitarbeitslose, tun können, in welchen organisatorischen Formen dies geschieht und wie es finanziert werden kann. Aber wenn man das für richtig hält, dann muss man doch nicht zur gleichen Zeit erklären, es sei generell nicht mehr möglich, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Dieses Ausschließlichkeitsdenken ist grotesk...Aus ihrer Sicht stimmen die Strukturen nicht, wir hätten den Zustand der Sättigung erreicht, der Kapitalismus scheitere an seiner Überproduktion , oder - aus anderem Blickwinkel - noch nie gehe es uns so gut wie heute. Ich halte die Diagnosen teils für sehr fragwürdig, teils sogar für gewollte oder ungewollte Hilfskonstrukte zu Gunsten der herrschenden Mainstream-Meinung" (Albrecht Müller, Nachdenkseiten und Autor des Buches "Die Reformlüge")

 

Samuelson:
Der Kritik am Sozialstaat fehlt die wissenschaftliche Basis

Aktuell werden wieder die Märchen um den nichtbezahlbaren Sozialstaat und das Gelingen der Globalisierung verbreitet Dazu Samuelson:
http://wwwzeit-fragench/ARCHIV/ZF_121d/INDEXHTM/

Artikel 5: Zeit-Fragen Nr38 vom 4102004
Kritik am Sozialstaat hat keine wissenschaftliche Grundlage
Ökonomie-Nobelpreisträger stellt Globalisierungsideologie in Frage
von Karl Müller, Deutschland

In einem Interview mit dem deutschen «Handelsblatt» 20 September hat der US-amerikanische Ökonomie-Professor Paul A Samuelson gefordert, das Tempo der Globalisierung zu drosseln In einem bislang noch unveröffentlichten Artikel für eine wissenschaftliche Zeitschrift in den USA, der dort schon jetzt für Aufregung sorge, habe Samuelson, so heisst es im «Handelsblatt», nachgewiesen, dass die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer nicht nur kurzfristig, sondern auch dauerhaft zu wirtschaftlichen Schäden führen kann Samuelson: «Das ist wie mit Märchen Wenn eine Meinung populär ist, scheint jeder irgendwie in den Schlaf zu fallen Ökonomen streiten die ganze Zeit - nur beim Freihandel scheinen sich alle einig zu sein Eine ökonomische Debatte über das Outsourcing ist jedoch längst überfällig»
...Samuelson kritisiert die Auffassung der Freihandelstheoretiker und der Befürworter von Outsourcing, dass der betriebswirtschaftliche Unternehmensgewinn daraus letztlich allen zugute komme: «Sie die Freihandelstheoretiker behaupten , dass die Gewinne gewissermassen axiomatisch auch den Verlierern zugänglich gemacht werden Unterm Strich profitiert langfristig also jeder Das ist jedoch einfach falsch» Die Wirtschaftsgeschichte habe gezeigt, dass «die Verteilung der Wohlfahrtsgewinne nicht gleich bleibt»
Der heute 89jährige Paul A Samuelson gilt als einer der bedeutendsten Ökonomen des 20 Jahrhunderts Er übte zahlreiche öffentliche Ämter aus und war Wirtschaftsberater von Präsident Kennedy 1970 erhielt er den Nobelpreis für Ökonomie
http://www.politikforum.de/forum/archive/5/2004/10/4/81942

 

"...Ein Plan zur Konjunkturförderung sollte vielmehr auf sofortige, aber zeitliche begrenzte Erhöhung der Staatsausgaben und steuerliche Maßnahmen zur Erhöhung der Nachfrage setzen, und er sollte auch vertrauen auf sofortige, aber zeitlich begrenzte Investitionsanreize. Ein solcher Plan würde kurzfristig Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern, ohne die langfristigen Haushaltsprobleme zu verschärfen."
(Gezeichnet u.a. von den Nobelpreisträgern für Ökonomie George Akerlof, Kenneth J. Arrow, Lawrence R. Klein, Daniel L. McFadden, Franco Modigliani, Paul A. Samuelson, Robert M. Solow, Joseph Stiglitz, Douglass C. North und William F. Sharpe sowie von vielen anderen namhaften Ökonomen.)

http://www.rossaepfel-theorie.de/

 

Deutschland ist noch zu retten
Über die Beschreibung Deutschlands als Exportweltmeister ist eine heftige Kontroverse ausgebrochen. Ausgelöst wurde sie durch den Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München (IFO), Hans-Werner Sinn. In seiner extrem neoliberalen Streitschrift "Ist Deutschland noch zu retten?" bezeichnet er die Expansion der Exporte à la "Made in Germany" als Etikettenschwindel...Diese Sinnsche Basarökonomie hält einer empirischen und theoretischen Überprüfung nicht stand. Die Entwicklung zu modernen Produktionsclustern mit Vernetzungen und damit die Ausweitung und Intensivierung der interindustriellen Verflechtungen im Inland wird einer Fiktion von der Basarökonomie geopfert, die die Aktivitäten einseitig auf die Anpassung der hiesigen Produktionsverhältnisse an die Billiglohnländer konzentriert.
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/dokumentation/?sid=
84ac039139813a8f8bd90bf585a3aba8&cnt=593741


 


Globalisierung


ATTAC
("Association pour une Taxation des Transactions financières pour l'Aide aux Citoyens", auf Deutsch "Verein für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Wohle der Bürger") wurde am 3. Juni 1998 in Frankreich gegründet. Die Idee dazu kam von einem Leitartikel von Ignacio Ramonet, der im Dezember 1997 in der Le Monde diplomatique veröffentlicht wurde. Attac agiert als Netzwerk nach eigenen Auskünften in über 40 Ländern, hauptsächlich jedoch in Europa. Das Netzwerk besteht aus einem großen Spektrum von sozialen und politischen Bündnissen und Einzelpersonen (Mitglieder und Mitgliedsorganisation in Deutschland nach Eigenauskunft: 13988, Stand: 1. März 2004, 15 Uhr).
Ursprünglich setzte sich Attac ausschließlich für die Einführung der Tobin-Steuer auf Finanztransaktionen ein. Inzwischen hat sich Attac auch anderer Themen der globalisierungskritischen Bewegung angenommen als deren Teil es sich sieht. Seine Mitglieder nehmen häufig an Aktionen und Demonstrationen teil, die tendenziell dem linken politischen Spektrum zuzuordnen sind. Attac kritisiert dabei die "neoliberale Ideologie", die derzeit in der wirtschaftlichen Globalisierung vorherrsche.

Tobinsteuer in der Diskussion
James Tobin im Interview mit Spiegel über Attac
Erwiderung von Peter Wahl von Attac
...In Deutschland finden manche Spitzenpolitiker die Idee an sich ganz sympathisch. Sie könne aber nur funktionieren, so ließ etwa Finanzminister Hans Eichel verlautbaren, "wenn sie in allen Ländern der Welt eingeführt wird" - und "das ist illusorisch." Bundeskanzler Schröder erwähnt auf seiner ersten größeren Rede zur Globalisierung (auf der Internationalen Wirtschaftstagung der SPD am 4. September 2001) die Devisensteuer à la Tobin nicht einmal!...
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/Globalisierung/tobin.html

 

Der Berater-Staat

Wie McKinsey, Price Waterhouse Coopers und die globale Beraterbranche den Staat privatisieren
...Sie sitzen mittlerweile in den Bundesministerien, in der Bundesagentur für Arbeit, in der Bundeswehr, in den Landesregierungen und Stadtverwaltungen, in Krankenhäusern und Kirchen. Doch die Öffentlichkeit scheint das immer noch nicht richtig zu bemerken. Wer sind die Berater? Warum werden sie, die jahrzehntelang Privatunternehmen auf Profit trimmten, nun auch vom Staat geholt? Sorgen sie für »ökonomische Effizienz«, für neue Arbeitsplätze und für die Entschuldung des Staates, wie sie und ihre neuen Auftraggeber versprechen?
http://www.jungewelt.de/2004/10-23/004.php

Teil 2:
Nachdem die Berater mit ihren rechtlichen Freiräumen seit Jahrzehnten die neoliberale Privatarmee der Konzerne waren, erschließen sie das neue Operationsgebiet Staat. Sie beeinflussen ihn nicht nur, wie es Lobbyisten tun, sondern sie gestalten ihn um...
http://www.jungewelt.de/2004/10-25/004.php

Andere Links zum Thema:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,280540,00.html
http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/13/0,1367,WIRT-0-2096749,00.html
http://www.zeit-fragen.ch/ARCHIV/ZF_113b/T06.HTM#anfang
http://www.fdp.de/portal/index.phtml?page_id=4281&id=2186
http://www.ndrinfo.de/ndrinfo_pages_std/0,2758,OID215656,00.html
oder hier: http://www.zeit.de/2004/19/ST-_85konomen-neu

SINN-es-Wandel interessiert nicht die Bohne...
Ifo-Forscher sehen Arbeitnehmer als Verlierer der Globalisierung
Nach Einschätzung von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn nimmt die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland drastisch zu. „Die Verlierer der Globalisierung sind nicht die Unternehmen, sondern die Arbeitnehmer in Deutschland“, sagte Sinn in München.
Es handele sich um einen historischen Prozess. Ob dies gerecht sei oder nicht, interessiere „nicht die Bohne“. Nur durch Senkung der Lohnkosten und umfassende Arbeitsmarktreformen könne dem begegnet werden.
http://www.handelsblatt.de/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200013
,200053,810170/SH/0/depot/0/


DER PUTSCH VON GANZ OBEN (aus "Stern" von Arno Luik)
".....es steht eine Sozialstaatsklausel im Grundgesetz, aber wer daran erinnert, wird freigegeben zum gespött. denn der Sozialstaat ist---wie die reformfreunde gebetsmühlenartig wiederholen---der Quell allen Übels: er ist wachstums-und leistungs- feindlich, er lähmt die Eigeninitiative; er ist viel zu teuer, es ist kein Geld mehr da. und warum? weil der Staat GEZIELT VERARMT wurde durch die Gesetze dieser Regierung und der davor: Die Einkommensteuer wurde gekürzt, die Vermögenssteuer abgeschafft, die Gewerbekapitalsteuer gestrichen, die Spitzensteuersätze gesenkt, die Körperschaftsteuer vermindert, Steuerfreiheit bei Unternehmensverkäufen gewährt--so verzichtet der Staat Jahr für Jahr auf Hunderte von Milliarden Euro. Nicht der Sozialstaat ist zu teuer, nein. zu teuer ist die herrschende Finanzpolitik, die diesen Staat ruiniert, ihn handlungsunfähig macht. die Politik verzwergt. Das ist keine Polemik, leider.
Ein paar Zahlen: vor 40 Jahren kamen noch 20% des Steueraufkommens aus Gewinn- und Vermögenseinkommen, heute sind`s noch 6%. 1983 trugen K örperschaft- und Einkommensteuer noch 14% zum Steueraufkommen bei, heute 2,3%. Diese beiläufige Steuersenkung hat von 2001 bis 2003 zu Einnahmeausfällen von mehr als 50 Milliarden geführt. Es gab auch noch andere Geschenke an diejenigen, die so gern klagen über den Standort Deutschland und drohen, ihn zu verlassen: 349 Millionen Euro Steuererstattung bekam Siemens 2002 zurück. knapp 7 Milliarden Euro erhielt die Deutsche Bank im Jahr 2000 zurück und als das Bankhaus 2001/02 einen Rekordgewinn von 9,8 Milliarden Euro auswies, entließ es 14% der Belegschaft--11000 Arbeitslose mehr. (Anmerkung: die 500 Millionen Euro, die die "darbende" Pharmaindustrie dieses Jahr zurückbekam, damit sie unter der Gesundheitsreform nicht so "leiden müßte"--o-ton---, sind hier gar nicht erwähnt) und Daimler-Chrysler? Warum wohl blieb der Firmensitz der Autobauer in Stuttgart? Aus Liebe zu Deutschland? Nein. Aus liebe zum Geld. Über ein Jahrzehnt lang zahlte der Autokonzern keinen Cent an Gewerbesteuern in Stuttgart und Sindelfingen. Die Hundesteuer brachte den Schwaben mehr Geld ein. Aber angeblich müssen diese Steuererleichterungen ja sein--um den Standort Deutschland (Globalisierung) zu stärken, angeblich um Arbeitsplätze (Wettbewerb!) zu schaffen. Und was hat es gebracht? Nichts. Aber es ist nun wie bei einem Junkie--die Dosis wird erhöht. Noch mehr Reformen! Noch mehr Privatisierungen! Auf geradezu UNREDLICHE Weise wird allerdings VERSCHWIEGEN, was der Privatisierungswahn dort eingebracht hat, wo er UNGBREMST REALISIERT worden ist. Beispiel Großbritannien: Entgleisende Züge, verteuertes und schlechtes Wasser, geringere Produktivität und VERELENDUNG für so viele BÜRGER , dass sogar die FAZ unlängst von DRITTE-WELT-VERHÄLTNISSEN sprach....... verteidigen also die CDU/SPD/CSU/FDP/Grünen Politiker ihre Reformphilosophie deshalb so vehement, weil sie wissen, daß sie einen Putsch von ganz oben machen? Einen Putsch? Ja, die Agenda 2010 und Hartz IV sind Chiffren für den konzentrierten Angriff von ganz oben auf den Sozialstaat. Sie nennen es Umbau--doch die Wortwahl kaschiert nur den qualitativen Sprung in ein anderes Gemeinwesen. Die berliner Republik steht für den Abschied von der Solidargemeinschaft.....dazu werden pathetisch positiv besetzte Stereotype wie "Eigenverantwortung","Eigeninitiative" und Freiheit beschworen, die letztlich nichts anderes verschleiern als den Marsch zurück in eine sozialdarwinistische Ordnung."Sorge für dich selbst!"

Opel-Arbeitsplätze nach Polen: Folgen eines Rüstungsdeals
Sonia Mikich: "Die Methode macht Schule: Arbeitgeber drohen mit Abwanderung, Arbeitnehmer sollen auf Weihnachtsgeld oder Zuschläge verzichten und länger arbeiten, um ihren Arbeitsplatz zu sichern. Bei Daimler-Chrysler wird noch über Zugeständnisse gestritten, bei Siemens ist die Entscheidung bereits gefallen. Und bei Opel? Bei Opel wurde nicht lange diskutiert. Längst hat der amerikanische Mutterkonzern General Motors Europa beschlossen: Ein Teil der Produktion wandert von Deutschland nach Polen. Um Kosten zu sparen? Nein, die Verlagerung deutscher Arbeitsplätze ist ein Dankeschön für einen ganz anderen Deal, ganz woanders. Kai Rüsberg und Markus Zeidler berichten über internationale Koppelgeschäfte, die sonst im Verborgenen ablaufen."
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=608&sid=116

 

Sehr lesenswerte Texte von Heiner Flassbeck zur aktuellen Wirtschaftspolitik
http://www.flassbeck.de/Deutsch/Publikationen/Aufsaetze2004.html

 

Die Rache der Kunden- Marktforscher staunen
Vieles spricht dafür, dass die neue Konsumentenphilosophie „Geiz ist geil“ nichts anderes ist als die Antwort der Käufer auf das Shareholder-Value-Prinzip der Unternehmer, also den unablässigen Blick auf Aktienkurs und Kosten
...Vor allem schlagen sie mit den Waffen der Wirtschaft zurück, mit Vorsicht und kühlem Kopf. Ironischerweise kommen die gewandelten Käufer dem Bild des rational handelnden Konsumenten sehr nahe, das Wirtschaftstheoretiker ihren Denkmodellen gern voraussetzen.
Allerdings passt es nicht in die bisher bekannte Theorie, dass die Wirtschaft in eine schwere Flaute gerät, wenn die Konsumenten klüger werden...
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/868/40828/

 

 

Weimarer Republik

Auszüge aus einem Interview mit Heiner Flassbeck
"[...]Die Regierung Brüning beantwortet den Anstieg, toleriert von der SPD-Fraktion im Reichstag, mit erhöhtem Druck auf Arbeitslose wie Erwerbstätige. Mit der Notverordnung "zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen" werden bei der Arbeitslosenunterstützung zehn Prozent gestrichen, die Löhne, Gehälter und Renten der Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst um bis zu acht Prozent gekürzt[...]
Heiner Flassbeck und die deutsche Nationalökonomie

 

"...Kernstück der im Oktober 1919 geschaffenen "produktiven Erwerbslosenfürsorge" waren öffentliche Notstandsarbeiten, zu denen man Arbeitslose zwangsverpflichten konnte. Träger solcher Maßnahmen, die dem "Neubau des Wirtschaftslebens" dienen, volkswirtschaftlich wertvoll sein und zusätzlichen Charakter tragen mussten, waren meist die Gemeinden und Gemeindeverbände. Es ging den Behörden darum, die Arbeitswilligkeit der Antragsteller zu testen und diese im Weigerungsfall von Leistungen auszuschließen. In der Arbeitsverwaltung wie im Finanzministerium nahm man an, die Gesamtsumme der Transferleistungen würde durch das Verlangen einer Gegenleistung sinken. Schon bald stellte sich jedoch heraus, dass die Beschäftigung der Erwerbslosen nicht nur sehr viel mehr kostete als die bloße Unterstützung, sondern auch erheblich mehr, als veranschlagt worden war..."
http://fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/dokumentation/?cnt=706602&

 


Deutschlands Großkonzerne verdienen 2003 trotz Umsatzrückgang 30 Prozent mehr - Kostensenkungen weitgehend ausgereizt
http://www.welt.de/data/2004/04/01/259150.html

 

Neoliberale Lüge
OECD-Studie belegt: Produktivität in den USA geringer als bei einigen EU-Konkurrenten
http://www.jungewelt.de/2004/08-17/007.php

 

Monopolisierung
Gewinne, internationale Kapitalkonzentration und die Lähmung jeglicher Politik. Es ist Zeit, wieder über den Zusammenhang von Staat und Monopolbildung nachzudenken. Was tut ein großer Konzern, der ansehnliche Gewinne macht, dessen Produktion und Absatz aber wegen des niedrigen Wirtschaftswachstums nur mäßig ansteigen? Der Gewinn kann für Investitionen im Binnenland verwendet werden. Das allerdings ist nur dann wirtschaftlich, wenn das Nachfragewachstum dies rechtfertigt. Angesichts dieser begrenzten Investitionsmöglichkeiten ist es nur rational, wenn die Unternehmen sich auf Fusionen und Übernahmen verlegen. Denn wenn der Absatz nicht steigt, etwa weil die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nicht wächst, wird durch Fusionen und Übernahmen der Absatzmarkt dazugekauft.
http://www.jungewelt.de/2004/10-16/016.php


Steuern

Steuerschwund
wegen Privilegien für Unternehmen und hohe Einkommen.
Zu den Ergebnissen des Arbeitskreises Steuerschätzung...Die Mindereinnahmen bei den Gewinn- und Unternehmenssteuern addieren sich in den vier Jahren auf einen Gesamtsteuerausfall von über 100 Milliarden Euro (101,5 Mrd. Euro).
http://www.verdi.de/steuergerechtigkeit/unternehmensteuer
http://www.linksnet.de/artikel.php?id=1232


(freundlichst geliehen von Klaus Steak)

Lorenz Jarass und Gustav M. Obermair: Geheimnisse der Unternehmenssteuern
Will man all die steuerlichen Vorschriften für Betriebe und Unternehmen, gar international operierenden Konzerne samt deren Schlupflöchern begreifen, steht man vollends auf verlorenem Posten. Da befindet man sich allerdings nicht in der schlechtesten Gesellschaft, denn selbst dem gegenwärtig amtierenden Finanzminister Hans Eichel ist offensichtlich nicht recht klar gewesen, welche Resultate die Änderung von Steuergesetzen in seiner Amtszeit nach sich ziehen würde. Grosse Unternehmen zahlen nämlich oftmals hierzulande überhaupt keine Steuern mehr, was zur Folge hat, das wichtige öffentliche Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können. Diese Gesellschaft kann sich wichtige soziale Errungenschaften nicht mehr leisten, weil sie sich eine Steuergesetzgebung leistet, die unternehmerischen Profit von jeder Verpflichtung für die Gesellschaft freispricht, während abhängige Arbeit drastisch besteuert wird...In aufeinanderfolgenden Jahren berichtet der Konzernvorstand über die besten Ergebnisse der Firmengeschichte, doch die Kommunen, in denen BMW hierzulande produziert, klagen darüber, dass das Unternehmen keine Gewerbesteuer mehr bezahlt...In Deutschland können als einzigem Industrieland der Welt alle Ausgaben de facto voll steuerlich abgesetzt werden, auch wenn die dazugehörigen Einnahmen in Deutschland steuerfrei sind. Immer wieder verblüffen die Autoren den Leser mit Absurditäten im deutschen Steuerrecht , der Spaß hört allerdings auf, wenn es um die Lage des deutschen Mittelstands geht: Er verfügt nämlich nicht über die Möglichkeiten der international operierenden Aktiengesellschaften...Im internationalen Vergleich ist Deutschland eine Steueroase - Kapitalgesellschaften leisten en bloc überhaupt keinen Beitrag mehr zur Staatsfinanzierung....Die Steuerlast, über die die deutsche Wirtschaft klagt, ist eher ein Phantomschmerz.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/politischeliteratur/305292/

http://www.jarass.com/jarass.de/ger/index.html

Geheimnisse der Unternehmenssteuern
http://www.jarass.com/jarass.de/dat/pub/1203/Gliederung.pdf

Prof. Dr. Lorenz JARASS, M.S. (Stanford Univ./USA)
Mitglied der Kommission zur Reform der Unternehmensbesteuerung
Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Kommission zur Reform der Gemeindefinanzen

 

Einnahmeausfälle noch nicht hoch genug – Steuergeschenke für wirtschaftlich Starke weiterhin finanzierbar
http://www.heidelberger-familienbuero.de/archiv/Steuerschaetzung-2004.htm#Staunen

 

102,9 Milliarden Euro geschenkt, BILANZ ROT-GRüNER UNTERNEHMENSBESTEUERUNG. Zu feige oder einfach nur nützliche Idioten des Kapitals?
http://www.freitag.de/2004/27/04270401.php

 

Steuerparadies BRD
Die Gesamtbelastung des Kapitals ist in Deutschland so niedrig wie in keinem anderen Land der EU
http://www.jungewelt.de/2004/04-07/004.php

 

Unternehmerlager im Steuersenkungsrausch
(erstellt am 09.10.2004)
Die acht Spitzenverbände der Wirtschaft forderten am 7.Oktober eine rasche und grundlegende Reform der Unternehmensbesteuerung mit einer „spürbaren Entlastung“ der Unternehmen...Jedermann weiß doch inzwischen, dass z.B. so große Konzerne wie Daimler oder Bayer jahrelang keinen Cent Steuer abgeführt haben. Vodafone will sogar die milliardenschweren Spekulationsgewinne bei der Übernahme von Mannesmann als Verluste von der Steuer absetzen...Die gesamte relative Abgabenbelastung der Unternehmens- und Vermögenseinkommen ist von 1999 auf 2003 von 22,9 auf 15,7%, also um 7,2 Prozentpunkte (HWWA Wirtschaftsdienst ebd.) gefallen, was allein für das Jahr 2003 ca. 31,7 Milliarden Euro geringere öffentliche Haushaltseinnahmen ausmacht. Nimmt man noch die weitere Tatsache hinzu, dass sich die Steuerbelastung von Unternehmens- und Vermögenseinkommen im Vergleich zur Belastung des Arbeitnehmerentgelts seit 1980 mehr als halbiert hat (HWWA ebd.), so ist es nicht übertrieben, wenn man sagt, dass das Unternehmerlager einem Steuersenkungsrausch (R. Hickel) verfallen ist...
http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=5&idart=247


Dritte Welt überall
... Die Existenzgrundlage eines jeden Staates ist die Steuer, eine Zwangsmaßnahme, der sich seit der Erfindung des Staates bisher keiner entziehen durfte und konnte. Die Globalisierung hat diesen Zwang beendet: Bei einer ausreichend vorhandenen Wirtschaftsmacht ist auch die Steuer verhandelbar geworden...Ein Staat darf sich nicht erpressbar machen, ein Staat darf einer Erpressung nicht nachgeben – so lautet bei terroristischen Anschlägen der Konsens aller demokratischen Staaten. Wenn einem Staat jedoch seine Existenzgrundlage entzogen zu werden droht, wird diese Staatsdoktrin offensichtlich obsolet...Die Globalisierung hat einen Weg eingeschlagen, der auf eine Anpassung der ersten und dritten Welt hinausläuft. Aber nicht der Wunsch nach einer gerechteren Welt ist das Ziel, sondern die Ausnutzung von vorhandenem Gefälle zur Profitmaximierung. Diese Laufrichtung hat allerdings selbstmörderische Tendenzen. Die alte Weisheit eines Henry Ford, wonach nicht allein Produkte, sondern auch Konsumenten produziert werden müssen, wenn eine Wirtschaft und ein Gemeinwesen stabil gehalten werden sollen, wurde seit dem Beginn dieser Art von Globalisierung missachtet. Die von der Produktion zunehmend ausgeschlossenen Europäer fallen dann künftig als Konsumenten notwendigerweise aus, die mit sechs Cent entlohnten Arbeiter in Asien werden weder ihre Nationalwirtschaft noch die Weltwirtschaft durch einen verstärkten Konsum ankurbeln. Ein Crash ist absehbar...Vielleicht ist der wahrhafte Epochenbruch das Ende der Aufteilung der Welt in eine erste, zweite und dritte. Und da die erste und zweite nicht mehr bezahlbar sind, verbleibt für uns alle die dritte Welt...
http://www.zeit.de/2004/41/Blick_auf_Ostd_

 

95% des weltweit vagabundierenden Kapitals dienen nur spekulativen Zwecken ohne den geringsten produktiven oder konsumtiven Gegenwert. (George Soros: "Die Krise des globalen Kapitalismus")

 

...Diese Begünstigungen bedeuten auch eine massive Subvention des Arbeitsplatzexports in andere Länder: Alle anfänglichen Kosten der Arbeitsplatzverlagerung und - dauerhaft - alle Zinsaufwendungen für die Auslandsinvestitionen können in Deutschland geltend gemacht werden und mit Gewinnen aus Deutschland verrechnet werden.
http://www.jarass.com/jarass.de/dat/pub/0504/Gruene28Mai2004Erfurt.pdf


Frankreichs Finanzminister Nicolas Sarkozy will EU-Staaten mit niedrigen Unternehmenssteuern die Fördermittel aus den Brüsseler Strukturfonds streichen. Der Vorstoß aus Paris richtet sich gegen das Steuerdumping in vielen ost- und mitteleuropäischen EU-Beitrittsstaaten...
http://www.ftd.de/pw/eu/1094280025353.html?nv=cpm

 

Steuervergünstigungen in Deutschland:
Eine Aktualisierung von Alfred Boss und Astrid Rosenschon August 2004
http://www.uni-kiel.de/ifw/pub/kap/2004/kap1220.pdf

 

Börse

 

Eine Welt, eine Währung und mehr Wert
"Heute entsprechen nur zwei Prozent aller Devisentransaktionen einem realen Austausch von Gütern und Dienstleistungen, 98 Prozent sind spekulativ.
In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts lag das tägliche Volumen der Devisentransaktionen bei 20 bis 30 Milliarden US-Dollar. Heute werden weltweit jeden Tag zwei Billionen US-Dollar transferiert. Zwei Billionen Dollar, haben Sie eine Vorstellung, wie viel Geld das ist?

brand eins:
Ehrlich gesagt, nein.

Lietaer:
Wenn Sie eine Druckerpresse hätten, die pro Sekunde eine Dollarnote drucken könnte und Tag und Nacht in Betrieb wäre, müssten Sie 63.416 Jahre lang drucken, um diese Summe zu erreichen. Sie müssten zurückgehen in die Jungsteinzeit und einen Neandertaler die Druckerpresse in Gang setzen lassen, um die Geldmenge in Papier zu erzeugen, die heute täglich zu spekulativen Zwecken um den Globus fließen.
Die Währungsreserven aller Zentralbanken der Welt, ihre sämtlichen Goldbestände eingeschlossen, entsprechen nur den Transaktionen, die in sieben bis acht Stunden getätigt werden. In einer weltweiten Währungskrise wäre keine Instanz in der Lage zu intervenieren. Die Mittel dazu sind überhaupt nicht vorhanden. So kommt die OECD zu dem Schluss, dass die Instabilität unseres Währungssystems heute vier Mal größer ist als noch vor 30 Jahren."
http://www.artfond.de/interviewlietaer.htm

 

Moral an die Börse!
Bilanzbetrug und Börsencrash - es konnte gar nicht anders kommen. Die Ideologie des freien Marktes trieb den Menschen in die Sucht nach Geld. Wer ehrlich blieb, verlor. Helfen können jetzt nur der Staat und ein neuer Glaube an das Gemeinwohl
http://www.zeit.de/archiv/2002/41/200241_soros_boerse.xml


Hedge Funds und Private Equity Unternehmen
Funds haben gegenüber privaten Anlegern in Deutschland den Vorteil eingeräumt bekommen, daß sie Beteiligungen sehr kurzfristig halten können, ohne Veräußerungsgewinne versteuern zu müssen. Bei privaten Anlegern gilt der Steuervorteil erst ab einer Anlagedauer von zwölf Monaten. Der deutsche Fiskus unterstützt also solche kurzfristigen Operationen trotz der oft damit verbundenen sozialen Verwerfungen in den Unternehmen. Frankreich schützt sich - anders als Deutschland - gegen kurzfristig spekulierende Aktionäre, indem die meisten großen Unternehmen (ca. 2/3 der CAC-40) ein Doppelstimmrecht den Aktionären einräumen, die ihre Aktien seit mindestens zwei Jahren halten...Weltweit verwalten Hedgefunds bereits mehr als 1.000 Mrd $, weit mehr als die Hälfte aller deutscher Arbeitnehmereinkommen eines ganzen Jahres oder das 24-Fache des Aktienwertes von Daimler-Chrysler. Wegen der hohen Hebelwirkung, mit der das Eigenkapital über Kredite gestreckt wird, und der Kurzfristigkeit der Anlagen ist die Wirkung noch weit höher anzusetzen. Man schätzt, daß sie allein in USA und Großbritannien nicht weniger als 40 Prozent und manchmal bis zu 70 Prozent des täglichen Aktienumsatzes bestreiten...
Hedge-Funds sind wegen ihres enormen Gewichts zu einem der globalen Gefahrenherde des internationalen Finanzsystems geworden. Seit der Pleite von Long Term Capital Management in 1998, als ein Absturz der Finanzmärkte nur durch eine Rettungsaktion unter Führung der National Reserve Bank of New York verhindert werden konnte, ist dieses Risiko bekannt.
Private Equity Unternehmen haben in jüngerer Zeit eine ähnlich stürmische Entwicklung wie Hedge Funds genommen, wenn auch auf erheblich niedrigerem Gesamtniveau. Im Unterschied zu Hedge Funds sind sie eher an mittelständischen und noch nicht an der Börse notierten Unternehmen interessiert. Die in der Branche salopp als „Raider" bezeichneten Investoren übernehmen zumeist Unternehmen, von deren Management sie nicht überzeugt sind, setzen angelsächsische Managementprinzipien durch und veräußern die Firmen oft nach einer Sanierung wieder mit Gewinn. Finanziert wird eine Übernahme nicht selten durch eine Zerschlagung und den Verkauf von Unternehmensteilen. Dabei kollidiert das sehr kurzfristige Profitinteresse mit den sozialpolitischen Interessen der Arbeitnehmerschaft. Die angestrebten Gewinnraten sind mit 15 % bis 40 % pro Jahr sehr hoch. Drei bis vier Jahre gelten als erstrebenswerter "Verwertungszyklus". Die Gewinne werden in erster Linie durch oft brutale Kostensenkungen zu Lasten der Arbeitnehmer erzielt, wenn möglich kombiniert mit "outsourcing" und der Einstellung billiger Arbeitskräfte von Verleihunternehmen.
http://www.jjahnke.net/hedge.html

 

Ausländische Investitionen zur Vernichtung von Arbeitsplätzen
Auf diese kurze Formel könnte man bringen, was mehr und mehr gang und gäbe wird: ausländische Investoren kaufen deutsche Unternehmen auf und ziehen dicke Gewinne daraus, ohne dass Arbeitsplätze geschaffen werden, im Gegenteil: Häufig werden Arbeitsplätze vernichtet und Löhne gedrückt. Die Politik fördert das Treiben, tut jedenfalls nichts dagegen. Warum wohl? Das ist die große Frage. Nutzen Sie den Wahlkampf und die Präsenz von Politikern und fragen Sie penetrant danach. Ein Beitrag von Werner Rügemer dient Ihrer Orientierung. Er hat in den WSI Mitteilungen 1/2005 unter dem Titel "Investitionen ohne Arbeitsplätze" die Vorgänge analysiert.
http://www.boeckler.de/pdf/wsimit_2005_01_Ruegemer.pdf

 

Global Governance

...Die Inflation der Konsumgüterpreise hat dabei immer die Diskussion beherrscht. Ab 1979 schiebt sich jedoch ein anderer Typ von Inflation in den Vordergrund: Die Inflation der Preise für Vermögensbestände. Seitdem nämlich ist eine Kreuz-Formation der Inflation zu registrieren: Rückführung der Inflation der Konsumgüterpreise bei parallelen deutlichen Anstieg der Vermögenspreise. Die wesentliche Ursache dafür ist das Vordringen der Finanzwelt im allgemeinen und des Investment Banking im besonderen. Investment Banking hat seine ganze Macht zunächst in der "New Economy" und danach mit der Produktion von Überschuss-Liquidität demonstriert.
...Gestern, das war bereits das Thema des Machtzuwachses der trans- und multinationalen Konzerne.
Heute, das ist nun das Thema, wie weit die Investment Banken und Advanced Financial Capital diese Machtkonfiguration bereits hinter sich gelassen haben. In der global vernetzten Welt verlieren die Staaten an politischer Macht. Andere Strukturen treten an ihre Stelle. Das heißt, wir müssen uns freimachen vom immer noch vorherrschenden Bild, die USA seien Weltmacht Nr. 1. Die Finanzakteure konnten nunmehr eine Dynamik entfalten, die ihnen einen beispiellosen Machtzuwachs bescherte. Diesen Machtzuwachs nutzten sie in doppelter Hinsicht: Erstens schufen sie eine neue globale Finanzarchitektur, an deren Spitze die dynamischsten Akteure, die Investment Banken selbst, stehen. Zweitens resultierte aus ihren Aktivitäten ein neues Weltmachtsystem, „Global Governance“, an dessen Spitze nicht mehr die USA, sondern die Finanzwelt positioniert ist.
...Zwar haben die mächtigsten Institutionen der Finanzwelt ihren Sitz in den USA...Trotzdem sind die Investment Banken nicht gleich USA. Sie unterliegen nicht mehr der Führung durch die Repräsentanten des Nationalstaates.
Der langfristige Machtzuwachs schlägt in eine neue Qualität um. Sie beginnen, ein Eigenleben zu entfalten.
Weiter noch: Wenn sie in der Lage sind, eine neue Weltmachtpyramide zu schaffen und sich selbst an die Spitze dieser Pyramide zu katapultieren, dann geht ihr globaler Einfluss weit über die Führung der mächtigste Nation hinaus...

Im November 2003 bestellt der Chef der größten Investment Bank der Welt den Chef der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu einem Gespräch - an seinen Dienstsitz.
Bundeskanzler Gerhard Schröder fliegt nach New York, um mit Sandy Weill ein Gespräch darüber zu führen, wie die deutsche Politik sich dazu stellen würde, wenn die Citygroup die größte deutsche Bank (aus der Frühstückskasse) aufkaufte...

Immer wieder würde der Ruf nach erneuter Regulierung (Kapitalverkehrskontrollen, Tobin-Steuer usw.) laut, weil ein freier Kapitalverkehr als zu gefährlich angesehen werde. "Dies dürfte weder angezeigt, noch praktikabel sein"
(Bundesbank: Geld und Geldpolitik, Frankfurt 2003/2004).
...Es gebe zu der internationalen Entwicklung aber keine Alternative.
Wenn also einerseits die Anfälligkeit des Systems durch den weiteren Machtausbau der Finanzwelt zunimmt, andererseits jede Reform zum Rückbau der Finanzarchitektur verhindert wird, stellt sich die Frage, ob eine II. Weltwirtschaftskrise (wegen der Unumkehrbarkeit der Handelsbilanz- und Leistungsbilanzungleichgewichte vor allem zwischen den USA einerseits und Japan sowie China andererseits sowie der damit zusammenhängenden Überbewertung des Dollar und Unterbewertung von Yuan und Yen) unabwendbar wird.

Damals hieß es: Proletarier aller Länder vereinigt Euch!
Wird es morgen heißen: Ärzte und Anwälte, Handwerker und Diplomaten - ja, und auch Manager der operativen Unternehmen, vereinigt Euch?

[Anmerkung: Dies sind nur kurze Auszüge aus einem sehr umfangreichem Text, der die Zusammenhänge verdeutlichst und sehr lesenswert ist!]

http://www.macroanalyst.de/afc-tablett-navigation.htm

Kurzfassung des Textes:
http://www.macroanalyst.de/afc-kurzfassung.htm

Angesichts solcher Fehlentwicklungen auf den Arbeitnehmern und den Arbeitslosen herumzuhacken und ihre "Ansprüche" zum Grund für die Malaise zu erklären, das ist recht erbärmlich.

 

Lohnkosten


Die Mär von hohen Lohnnebenkosten
Die Behauptung, die Lohnnebenkosten in Deutschland seien zu hoch und würden weiter steigen, ist laut Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichem Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung als Mär widerlegt.
http://www.innovations-report.de/html/berichte/wirtschaft_finanzen/bericht-13134.html

 

Lohnkosten im Ländervergleich:
http://www.mercerhr.de/pressrelease/details.jhtml/dynamic/idContent/1077835

http://www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/wochenberichte/docs/04-14.pdf

 

Vor Lohnsenkungen gewarnt
Hamburg - Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält in der Debatte um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft Lohnsenkungen für den falschen Weg. Lohnsenkungen seien „die falsche Therapie“, schrieb Bofinger in einem Beitrag für die „Bild am Sonntag“. Deutschland drohe eine Deflation, bei der Löhne und Preise dauerhaft sinken könnten.
„Mit Lohnkürzungen entsteht eine gefährliche Abwärtsspirale für unsere Wirtschaft“, warnt der Würzburger Ökonom. Die Gewerkschaften hätten in den vergangenen Jahren keine unverantwortliche Lohnpolitik betrieben, schreibt Bofinger weiter. Nach Zahlen der OECD seien die Nominallöhne in Deutschland von 1999 bis 2003 geringer gestiegen als in allen anderen Ländern - mit Ausnahme von Japan. „Die Arbeitnehmer müssen aber endlich wieder angemessen am Produktivitätsfortschritt beteiligt werden“, forderte der Wirtschaftsweise Bofinger. „Nur wenn die Menschen wieder mehr Geld auf ihr Konto bekommen, können sie die Wirtschaft ankurbeln.“ (afp)
http://www.ksta.de/servlet/CachedContentServer?pagename=ksta/page&atype=
ksArtikel&aid=1099064236948&openMenu=987490165154&calledPageId=
988294932235&listid=994347600479

 

Bundeszentrale zur politischen Bildung zum Thema Lohnkosten
http://www.bpb.de/popup_druckversion.html?guid=WJKW3V

 

Lohnkosten, Lohnstückkosten
Für die Niederlande bedeutet die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre für 2003 steigende Lohnstückkosten aufgrund geringer Produktivitätsentwicklung und massivem Rückgang der Binnennachfrage. Es herrschen Innovationsdefizite und die Arbeitsproduktivität wächst nur noch halb so schnell wie im EU-Durchschnitt.
Für internationale Standort- und Investitionsentscheidungen spielen Steuern auch nur eine untergeordnete Rolle. Eine gute Infrastruktur und Logistik sowie eine hohe Qualifikation der Beschäftigten sind für diese Entscheidungen viel wichtiger. Zu niedrige Unternehmenssteuern würden diese Voraussetzungen eher gefährden, da dem Staat die Einnahmen fehlen
http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/p17/24650.html.

 

Lohnstückkosten
Nach der Arbeitskostenerhebung des Statistischen Bundesamtes machten die Arbeitgeberbeiträge 15,6 Prozent der Personalgesamtkosten aus. Da die Löhne (einschließlich Vergütung arbeitsfreier Tage) mit etwa 70 Prozent den weitaus größeren Anteil der gesamten Arbeitskosten einnehmen, fällt eine Senkung der Beiträge nicht übermäßig ins Gewicht. So würde eine Senkung des Beitragssatzes in der Arbeitslosenversicherung um einen Prozentpunkt zu einer Reduzierung der Arbeitgeberbeiträge um 2,2 Prozent, der Lohnnebenkosten um 1,5 Prozent sowie der Personalgesamtkosten um 0,35 Prozent führen.
Ob nun die Personalgesamtkosten "zu hoch" sind und nicht mehr verkraftet werden können, hängt nicht von ihrer absoluten Höhe ab, sondern von dem Leistungsergebnis, das auf der Basis dieser Arbeitskosten erwirtschaftet wird. Auskunft über das Leistungsergebnis gibt die Arbeitsproduktivität. Setzt man die Arbeitskosten ins Verhältnis zur Arbeitsproduktivität, so ermitteln sich die Lohnstückkosten. Die Lohnstückkosten zeigen, wie viel Lohn (inklusive Lohnnebenkosten) für ein Produkt oder eine Dienstleistung gezahlt werden muss. Die empirischen Befunde zur Lohnstückkostenentwicklung lassen erkennen, dass Deutschland im internationalen Vergleich eine sehr günstige Position einnimmt.
http://www.f-r.de/_inc/_globals/print.php?client=fr&cnt=708842&ref=/ressorts

Mär von teurer Gesundheit
Arbeitgeberbelastungen liegen im internationalen Mittelfeld
Zu hohe Gesundheitskosten verhindern Neueinstellungen, klagen die Arbeitgeber und bedienen sich der permanenten Standortdebatte. Doch eine Studie nimmt diesen Argumenten den Wind aus den Segeln.
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Belastung der Arbeitgeber durch Gesundheitsausgaben und der Entwicklung der Beschäftigung – weder in Deutschland noch im internationalen Vergleich. So lautet das Fazit eines Gutachten, das das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) gemeinsam mit dem Augsburger BASYS-Institut im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) erarbeitet hat. Gestern wurde es in Berlin vorgestellt.
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=61888&IDC=3
http://www.iges.de
http://www.tk-online.de

 

Bis zu 20 Milliarden Euro in falsche Taschen
Transparency International prangert strukturelle Korruption im deutschen Gesundheitswesen an. Durch Korruption, Betrug und Missbrauch gehen dem bundesdeutschen Gesundheitswesen jedes Jahr bis zu 20 Milliarden Euro verloren. Diese Hochrechnungen erläuterten Transparency International und der Verbraucherzentrale Bundesverband gestern in Berlin.
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=62813&IDC=3



Subventionen

Subventionen
http://www.uni-kiel.de/IfW/pub/kd/kd392-393.pdf

 

 

Kapitalismus- und Arbeitskritik:

 

Das Märchen vom Wachstum
Wachstum" tönt es täglich aus den Medien,... Was steckt eigentlich wirklich hinter diesem ständigen Zwang zum Wachstum, das angeblich dem Wohl der ganzen Welt dient, obwohl Mensch und Natur immer mehr darunter leiden? Warum bringt das Wachstum nicht mehr Arbeitsplätze, sondern immer mehr Arbeitslose, mehr Lebensangst? Warum nicht "blühende Landschaften", sondern Naturzerstörung?
..."...Arbeit entsteht nicht durch Wachstum, sondern Wachstum durch Arbeit"...
http://www.taz.de/pt/2004/08/09/a0222.nf/text

 

Wissenswachstum statt Wirtschaftswachstum
...Der Denkfehler ist, dass alles so geblieben ist wie zu Ludwig Erhards Zeiten und dass es immer so weitergehen müsste. Also rufen alle unisono nach Wachstum, als hätten wir noch die Verhältnisse der fünfziger Jahre, genauer: das damalige Verhältnis zwischen Wirtschaftsleistung und Kapitalkosten, noch genauer: eine schneller als die Kapitalkosten wachsende Wirtschaft und eben nicht schneller als die Wirtschaft wachsende Kapitalkosten. Dazwischen liegen runde fünfzig Jahre, in denen der Zins als exponentieller Geldvermehrer gewirkt hat.
http://www.humonde.de/artikel/10017

 

Wachstum, Wachstum über alles

...Wir Bewohner des Landes, das sich Deutschland nennt, sitzen an einem reichlich gedeckten Tisch...Und man zwingt uns als Gemeinschaft...unter Androhung des volkswirtschaftlichen Kollaps, nächstes Jahr einen Teller mehr zu essen [3%]- und natürlich zu produzieren und zu bezahlen...
...In ca. 94 Jahren das Sechzehnfache von heute und erneute 23 Jahre später das Zweiunddreissigfache, also 64 Billionen Euro im Vergleich zum heutigen BIP von 2 Billionen Euro. In weniger als 4 Generationen...
http://www.heise.de/tp/deutsch/html/result.xhtml?url=/tp/deutsch/inhalt/co/14904/
1.html&words=Wachstum%20BSP

Kolumne: Wunder Wachstum
Bislang tun Deutschlands Experten so, als wüssten sie, wie eine Wirtschaft aus der Krise zu holen ist. Dabei haben Ökonomen davon im Grunde keine Ahnung, wie einige jetzt einräumen.
http://www.ftd.de/pw/de/1092171048355.html?nv=hpm

 

 

Auf Wiedersehen, Homo Öconomicus


Lange glaubte die Wirtschaftswissenschaft, dass der Mensch sich rational verhält. Doch jetzt sehen die Forscher, wie wir wirklich entscheiden - und ziehen ihre Theorie in Zweifel (ursprünglich ist der Artikel aus der FTD)
http://www.aol.de/index.jsp?cid=1131666954

Von wegen Homo oeconomicus: Wenn's um die Mark geht, bleibt die Rationalität auf der Strecke. Jetzt kommt der Euro, und das Psychospiel geht von vorn los
http://www.zeit.de/archiv/2002/01/200201_geldillusion.1.xml

 

 

Ende der Arbeitsgesellschaft?

 

„Langfristig wird die Arbeit verschwinden“
US-Ökonom Jeremy Rifkin: Deutschland führt Scheindiskussion
Stuttgart - Es gibt kein größeres Problem in Deutschland und Europa als die Massenarbeitslosigkeit. Politiker aller Parteien versprechen Abhilfe, doch die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung nimmt seit Jahren immer nur zu. Wo soll das enden? Der US-Professor Jeremy Rifkin befasst sich seit Jahrzehnten mit dieser Frage und ist gesuchter Ratgeber von Regierungen und Konzernen. Sönke Iwersen fragte ihn nach der Zukunft der Arbeit.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564/artikel_bildlinks_druck_teile

Arbeit, Arbeit über alles.
"Arbeitslos zu sein oder Sozialhilfe zu empfangen ist in diesem Land schon lange ein Fulltimejob. Ständig muss der Beweis geführt werden, dass man das Almosen auch zu Recht erhält. Sich das Existenzminimum durch tausenderlei Anträge, Belege und Rechtfertigungen zu verdienen, ständig den Verdacht im Nacken, man sei ein Betrüger, ...
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/mein/16721/1.html

 

Gruppe "Krisis"
http://www.krisis.org/
Manifest gegen die Arbeit:
Ein Leichnam beherrscht die Gesellschaft - der Leichnam der Arbeit. Alle Mächte rund um den Globus haben sich zur Verteidigung dieser Herrschaft verbündet: Der Papst und die Weltbank, Tony Blair und Jörg Haider, Gewerkschaften und Unternehmer, deutsche Ökologen und französische Sozialisten. Sie alle kennen nur eine Parole: Arbeit, Arbeit, Arbeit!
http://www.giga.or.at/others/krisis/diverse_manifest-gegen-die-arbeit_1999.html

 

Feierabend?
Zur kritischen Kritik der Arbeitsgesellschaft mit einem Plädoyer für das Recht auf Muße...
http://wwwstud.rz.uni-leipzig.de/~soz96jtv/feierabend.htm

 

Freiheit statt Vollbeschäftigung!
http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/

 

Grenzen einreißen, jeden Tag
Die Gesellschaften Westeuropas und Nordamerikas hätten dann Produktionsmittel im Überfluss, könnten jedes Bedürfnis befriedigen, und die Bürger würden sich dann wohl den angenehmeren Dingen des Lebens zuwenden.
http://www.freitag.de/2004/22/04220501.php

 

Schöne neue Wirtschaftsscheinwelt
Über gern übernommene Denkfehler der "Wirtschaftsexperten", anstehende Probleme und Lösungsmöglichkeiten
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/14347/1.html

 

Schöne neue Wirtschaftsscheinwelt - Reloaded
Die Politik fordert Reformen - doch eigentlich dreht sie sich im Kreise
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/14846/1.html